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Baunach im Frankenland
links
Die Stufenburg
Vortrag beim Frankenbund Baunach
Im Mittelalter war die Umgebung der – Höhenburgen (396m) stets unbewaldet.
1770 konnte man noch Ruinen bewundern.

Heute kann man fast nichts mehr sehen, die Burg wurde systematisch als Steinbruch genutzt.

Auf der deutlich erkennbaren Kuppe des Berges sieht man noch den Grundriß der Burg.
Ein regelmäßiges Rechteck von 40 zu 25 in auf einer Fläche von 1000 qm.
Die Hauptburg war also erstaunlich klein.
Wahrscheinlich gab es sowohl nach Nordwesten als auch nach Südosten befestigte Vorwerke, wie
man an spärlichen Mauerresten erkennen kann.


Erbaut nach 1196 jedoch vor 1244

Das Datum beruht auf Schlußfolgerungen aus Briefwechseln und Dokumenten

von einem Ministeriale von Stollberg der die Burg unerschrocken plante und als erster
erbaute, obwohl die Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg wie auch die Grafen von Henneberg
und der Herzog von Meranien dagegen waren.
Der Ritter von Stollberg kann die Burg nur im Auftrag der Abtei Fulda errichtet haben.
Den Titel Herzog von Dalmatien und Kroatien nahm Graf Berthold IV. von Andechs 1180 an, wofür
seit 1195 allgemein der Titel Herzog von Meranien gebraucht wurde.

1244
Der Andechs - Meranier Otto VIII. erwirbt die Burg und einige Orte. Errichtete in Baunach
widerrechtlich eine Zent und mußte als Entschädigung 150 Mark Silber Strafe zahlen. Graf Günther
von Kewirnsberg, der die Stuffenburg zu Lehen hatte mußte sie an die Gläubiger Ottos abgeben. Otto
starb 1248 ohne Erben.
Es folgte ein Zwölfjähriger Erbfolgekrieg.


Die Grafen von Andechs und Herzöge von Meranien

Mit dem Eintreten dieses Herrscherhauses in die Geschichte von Baunach im Jahre 1244 ist dies aus
einem jahrhundertelangen geschichtlichen Dornröschenschlaf erwacht. Es ist daher wichtig, deren
Geschichte kurz darzustellen. (17)
Sie wurden zuerst als Grafen von Diessen am Ammersee durch Arnold I. 957-993 bekannt. Als
bayerische Grafen gewannen sie zahlreiche Lehen und Privatgüter und nannten sich später Grafen
von Andechs.
Ihre Macht wuchs rasch. Kaum waren sie mit einigen Grafschaften im Donaugebiet beliehen worden,
wurden sie Grafen von Tirol, und schließlich fassten sie Fuß an der Adria, erhielten Istrien, Kroatien
und Dalmatien als Reichslehen. Berthold IV. nahm 1180 den Herzogstitel über diese Gebiete an und
nannte sich schon 1190 Herzog von Meran oder Meranien, weil diese Gebiete am Meer lagen.


1260
Die Grafen von Truhendingen

( Güter dieser schwäbischen Grafen finden sich in Hessen, von dort scheinen sie auch herzustammen.
Ihre Hauptburg war Hohentrüdingen,) bekam die Burg als Lehen der Abtei Fulda.
Burgvogt auf der Stufenburg waren die von Zeckendorf, von Giech und von Aufseß. Dem Burgvogten unterstanden 9 Burgmänner, die die Burgbesatzung bildeten.

Die Grafen von Truhendingen

Diesem Geschlecht verdankt die Stadt und das Amt Baunach seine Formgebung
und seine Bedeutung durch das Mittelalter bis zum Ende der Feudalzeit.
Festen Fuß aber fassten sie erst in Franken durch die Andechs- Meranische Erbschaft,
die Friedrich von Truhendingen im Jahre 1248 zufiel. Antreten aber konnte er sie erst 1260.
Von da an richtete er verschiedene Zenten (Hochgerichte) ein:
das Amt Stufenburg , die Zent Baunach, die Pflege (kl. Amt) Giech - die Freisch (Hochgericht) Scheßlitz,
das Amt Hollfeld, die Zent Königsfeld, die Zent Arnstein (am Kleinziegenfelder Tal).
Nach Errichtung dieser Hochgerichte, mit denen Grafenrechte verbunden waren,
nahmen die von Truhendingen (auch von Trüdingen genannt!) den Grafentitel an.
Für Baunach, das im fraischlichen Hoheitsbereich des Fürstbischofs von Würzburg lag,
wurde die Anerkennung des Hoheitsrechts durch die Grafen von großer Bedeutung.
Die Errichtung einer Zent, die den eigenmächtig handelnden Andechs- Meraniern nicht gelungen war,
erreichten die Truhendingen jetzt dadurch, dass sie sich von Würzburg damit belehnen ließen.
Ein weiteres wichtiges Lehen, das sie von dieser Seite erhielten,
war das Wildbannrecht über den südöstlichen Teil der Haßberge. Sie wurden damit nicht nur Erboberjäger und,
Forstmeister des Hochstifts, sondern es wurde ihnen damit die
Ausübung des fürstbischöflichen Hoheitsrechts über dieses Gebiet übertragen.
Als Reichslehen besaßen sie bereits und wahrscheinlich schon die Herzöge von Meran,
die Burgendörfer Rentweinsdorf, Reckendorf und Daschendorf. Angesichts der heftigen Fehde mit dem Fürstbischof darf angenommen werden,
daß die Burg Rentweinsdorf besonders stark ausgebaut war.
Die Stiefenburg war ihnen durch die Meranische Erbschaft zugefallen.
Graf Friedrich VIII. von Truhendingen (1290-1332) Sekretär Kaiser Ludwigs des Bayern aus dem Hause Wittelsbach.
Er erwirkte von seinem kaiserlichen Freund die Stadterhebuag Baunachs. (19)
Friedrich der VIII. von Truhendingen verpfändet die Burg und andere Güter um 5000 Mark Silber.
Heinrich der II. konnte die Burg nochmals auslösen – aber
1376 muß er wieder Veste und den Markt Baunach an Bischof Lambrecht verpfänden ( 20000 Pfund Heller )
hat Fulda die Lehenshoheit über die Stufenburg und den Markt Baunach an Bamberg abgetreten, ( 700 Gulden )
1399 ( Weißer Sonntag ) bestätigt König Wenzel in Eger die Übertragung der Lehenhoheit.

1396
In einer Urkunde zählt Graf Johann von Truhendingen die Burgmänner namentlich auf:
Jörg von Rotenhan von Schenkenau, Ulrich Schefstaler, Hans Schefstaler, Fritz Teuschlein,
Heinz Zentgraf, Kunz Schefstaler, Hans Zentgraf, ( Zobolt gen. ) und die Schmiereldörferin. ( Ihr Mann war wohl im Krieg gefallen )

1390
1397
Verkauft Graf Oswald von Truhendingen die Burg mit allen Zubehör an den Bbg. Bischof Lambert von Brun.
1435
Bischof von Bamberg, Anton von Rotenhan, verkauft die Burg an seine Brüder Veit und Hans für 6000 fl , auf Wiedereinlösung.

1460
1466 Streit um die Stufenburg zwischen Rotenhan und Bischof Georg von Schaumburg
Nachfolger auf dem Bamberger Bischofsstuhl wurde Georg v. Schaumberg, zuvor seit 1448 Dompropst.
Zwischen ihm und dem verstorbenen Bischof Anton gab es wiederholt Mißhelligkeiten und Streit (LOOSHORN, Bd. 4, S. 255 ff),
zwischen den beiden herrschte offensichtlich große Unversöhnlichkeit.
Diese kennzeichnet den Streit und die Fehde, mit der sich der neue Bischof gegen den Bruder Bischof Antons,
Hans v. Rotenhan, wandte. Hans v. Rotenhan hatte offenbar seine Stellung als Bruder und Vertrauter des Bischofs Anton missbraucht.
Jedenfalls verklagte Bischof Georg ihn im März 1460 vor dem bischöflichen Gericht zu Bamberg
wegen grober Unregelmäßigkeiten bei dem Erwerb des Gutes Gleisenau bei Ebelsbach für das Hochstift Bamberg
am 11. 9. 1436 und beantragte die Rückübereignung des Gutes. Damals hatte Hans v. Rotenhan zusammen mit
zwei anderen Bamberger Ministerialen das Gut Gleisenau für das Hochstift gekauft,
aber am 2. 3. 1437 im eigenen Namen an seine Ebelsbacher Vettern Marx (Markus) und Jobst v. Rotenhan weiterverkauft,
ohne den Kaufschilling von 2000 fl. an das Hochstift abzuführen. So behauptete der Bischof.
Hans v. Rotenhan widersprach natürlich trotz erdrückender Beweise und behauptete, in die Enge getrieben,
er fühle sich in seiner Ehre unbillig angegriffen und beleidigt. Hans erklärte,
daß er in Appellation‘ ginge (das kaiserliche Berufungsgericht anrufe) und verließ die Gerichtsverhandlung.
Soweit die Vorgeschichte!

Jetzt beginnt die dramatische Fehde um die Burg Stuffenberg,
die erstaunlich hohe Wellen schlägt, zumal die benachbarten Fürsten, ja auch der böhmische König
und sogar der Kaiser an diesem Streit teilnehmen.
Die Quellen über die Stuffenbergfehde beginnen mit dem Feindbrief
(Fehdebrief des Bischofs Georg von Bamberg an den Markgrafen Albrecht- Achilles von Brandenburg- Ansbach vom 22. Mai 1460
(St. Arch. Bbg. A 245 1 Nr. 25, fol. 34 ff.), also 8 Wochen nach der geplatzten Gerichtsverhandlung wegen Gleisenau.
Im Brief vom 22. Dez. 1460 an den König Georg (Podiebrad) von Böhmen stellt Bischof Georg die Einnahme der Burg so dar,
daß seine Dienstmannen vor die Burg gezogen seien, aber sie nicht hätten einnehmen wollen,
zumal die Burgleute sich anfangs zur Wehr gesetzt hätten. Dann hätte man verhandelt.
Die Burgleute hätten angeboten, die Burg zu übergeben, wenn man sie mit ihrer Habe sicher abziehen lasse.
Das sei denn auch geschehen.
Ritter Lutz von Rotenhan, der Erbe und Neffe des inzwischen verstorbenen Hans,
behauptet, die bischöflichen Dienstmannen seien schon von weitem von dem Burgvogt erkannt worden, und da er wußte,
daß die Burg für den Bischof geöffnet (frei zugänglich) sei, habe er sie eingelassen.
Bischof Georg, der in dem Gleisenauer Prozeß im Recht zu sein schien, hat sich nun durch die widerrechtliche
und gegen das Fehderecht verstoßende Einnahme der Burg Stuffenberg ins Unrecht gesetzt.
1483
Der Nachfolger, Bischof von Bamberg, Graf zu Henneberg kündigt die Pfandschaft,
bezahlt die Kaufsumme zurück und nimmt die Burg und Baunach wieder in Besitz

1525 Bauernkrieg
18. Mai -Die verlassene Burg wurde geplündert und teilweise in Brand gesteckt.
Auf der Stuffenburg war an jenen Tagen der Ritter Christoffel von Fuchs( Amtmann )
und Fritz Knoblach (Kastner).Als der Mainmüller und andere Hallstädter angeritten kamen waren die beiden Beamten mit ihren Familien geflohen.
Pauls Scheffer gen. Merklein ( Bürgermeister ) und Viertelmeister Klaus Riegel, Michael Pauer und Hans Eckstein waren die Anführer der Baunacher.
Der Bauernaufstand wurde niedergeschlagen und Gericht gehalten.
Fürstbischof Weigand von Bamberg mit seinen Räten und Rittern traf am Dienstag nach Maria Geburt 1525 in Baunach ein.
Dabei – Christoffel von Fuchs, Ritter Bernhard von Schaumberg auf Taschendorf und Rochus von Rosenau zu Godeldorf.

Milde Strafen für die Anführer
Scheffer Bgm. musste 200 fl zahlen, (10 Ochsen)
Pauer ( Viertelmeister ) 200 fl,
Pauls Heiden 50 fl,
Klaus Riegel ( Hauptmann z. B. ) war geflohen – der oberste Beutemeister einer gewest !
Gesamtschaden im Fürstbistum Bamberg cá 300.000 fl.

Markgraf Albrecht von Brandenburg zerstörte die Burg die nach den Schäden des Bauernkrieges wieder aufgebaut war.
Unter anderen wurde auch Schloß Reckendorf in einen Trümmerhaufen verwandelt und Reckenneusig niedergebrannt.
Nur die Dörfer des Freiherrn von Rotenhan wurden verschont weil er Albrecht
eine Anleihe vom 3000 Gulden gewährt hatte die er nie mehr bekam.

1590 ( aus dem Urbar des Kastner Knoblich )
Das Schloß Stiefenberg mit dem Burghof, den Stallungen und den Stadel,
sowie den Verteidigungsanlagen ( Mauern und Türmen ) und den darauf erichteten Bauten,
soweit sie das Ganze umgeben, ferner die Gärten Äcker und Wiesen und alles, was sonst noch dazu gehört,
ist Eigentum des Fürstbistums Bamberg. Das Amt Stufenberg bestand als solches bis 1803.


Streitkolben die auf der Stufenburg gefunden



Neben so seltenen Funden werden auch immer wieder Scherben, Nägel und auch Armbrustbolzen gefunden.


Auf einen Gemälde in der ehemaligen Brauerei Lechner sieht man wie die Stufenburg einst ausgesehen haben könnte: